Hundevorstellung: Dexter

Hundevorstellung: Dexter
Als mich Dexters Halter, ich glaube es war Anfang Mai, kontaktierten, ahnte ich schon, dass es hier schon ein paar Herausforderungen geben würde.
Manchmal denkt man einfach „Oh ha“…….
Aber Herausforderungen sind ja da um gelöst zu werden zudem stimmte irgendwie auch die Chemie.
Mitte Mai war dann unser Termin für ein ausführliches Beratungsgespräch.
Dexter kam im Februar aus Rumänien zu seiner Familie, war sehr ängstlich in vielen Situationen in der Wohnung, das Verlassen der Wohnung war mit ihm nicht möglich ( 2. Stock), jede Bewegung von seinem Herrchen wurde misstrauisch beäugt bzw. geflüchtet, jedes Geräusch im Haus wird mit bellen quittiert. Wird ihm eine Situation zu bedrohlich, kann es auch sein, dass er Abwehrverhalten zeigt. Mit seinem Frauchen interagiert er gerne und hat großes Vertrauen. Wie so oft, ist das Misstrauen gegen Männer einfach sehr groß, weshalb es wichtig war in das Verhältnis zu seinem Herrchen etwas Entspannung zu bringen.
Bei meinem 2. Besuch hatte er schon gute Fortschritte gemacht und natürlich sind wir zwischen unseren Terminen per WA in Kontakt.
Zuerst haben wir kleine Änderungen vorgenommen wie z.b. Futterpunkte etabliert, Lösestelle auf dem Balkon einrichten, Markersignal aufgebaut, Rituale aufbauen, Spielaufforderungen und Spielbereitschaft ausbauen, kleine Übungen wie Handtouch aufbauen damit der Kopf auch was zu tun hat, Annäherung an die Wohnungstür üben, Entspannungsübungen beginnen, Ankündigungen eingebaut.
Zudem haben wir gemeinsam überlegt, einen Verhaltensmediziner mit ins Boot zu holen. Durch die temporäre Gabe von passenden Medikamenten werden wir schauen, dass wir viele Dinge ritualisieren können, damit sie dann später auch ohne Medis klappen. Das wichtigste Ziel ist natürlich, dass man mit ihm spazieren gehen kann und er dann draußen Sicherheit bekommt, Umwelterkundung zeigt und auch seine Geschäfte draußen erledigt. Es wird sicher noch einiges an Weg bedeuten und sicher wird auch noch die eine oder andere Herausforderung daher kommen, wichtig ist aber sich auch kleine Fortschritte wahrzunehmen und nicht aufzugeben.
Dexter hatte ein riesiges Glück mit seinen Menschen. Sie sind sehr motiviert und setzen Dinge sehr gut um, auch wenn es sicher Phasen der Verzweiflung gibt und gab. Denn seien wir mal ehrlich. So stellt sich niemand das Zusammenleben mit einem Hund, auf den man sich so sehr gefreut hat, vor. Aber die beiden haben sich entschieden den Hund nicht aufzugeben, sondern zu schauen, wie man es gehen kann, sie Situation für alle beteiligten zu verbessern. Das ist nicht selbstverständlich und braucht echt Größe und Stärke.
Ich freue mich jedenfalls, die drei weiter zu begleiten, bin dankbar über das entgegengebrachte Vertrauen.
Wo auch immer der „Fehler“ lag ob er vorher einfach völlig falsch eingeschätzt wurde oder ob, Reise nach Deutschland für ihn traumatisch war oder oder oder. Dies lässt sich einfach schwer sagen. Der Umstand keinen ebenerdigen Garten zu haben erschwert sicher einiges aber das wichtigste ist das er Menschen gefunden hat die ihn nicht aufgeben denn ganz ehrlich würde es auch fast unmöglich sein einen neuen Platz für ihn zu finden.
Der folgende Text ist aus der Sicht von Dexters Haltern geschrieben:
„Dexter kam im Februar 2024, über einen Tierschutzverein, im Alter von ca. 1,5 Jahren zu uns in den Harz. Dexi wurde im Welpenalter auf der Straße, mit seinen Geschwistern aufgefunden, von seiner Mutter war keine Spur. Seitdem lebte er im Shelter, er kannte also nichts außer andere Hunde.
Wir freuten uns riesig Dexter ein zu Hause geben zu dürfen. Nach eintreffen traute sich Dexi nach knapp 3 Tagen das erste mal richtig aus seiner Box und erkundete ganz vorsichtig die Wohnung. Den ersten Versuch rauszugehen gestaltete sich schwierig, da wir durch ein Treppenhaus mussten, wir haben ihn die Treppe runtergetragen. Draußen war er natürlich vollständig reizüberblutet, zeigte sich aber auch neugierig. Das war leider auch das einzige Mal, dass wir draußen waren. Nach 2 Wochen zeigte sich das erste Mal auffälliges Verhalten. Dexi fing an sein Herrchen anzubellen und anzuknurren, wenn er aus anderen Räumen kam, oder auch gar gesprochen hat. Wir holten uns dann Tipps vom Tierschutzverein wie wir uns verhalten sollten, da wir natürlich in der Situation erstmal überfordert waren. Wir setzen die Tipps um, diese führten aber zu keinem Erfolg. Zudem kam auch hinzu, dass Dexi nur isst wenn ich anwesend bin, bzw. wenn ich ihm die Schale hinhalte, denn aus Näpfen hat er nicht gegessen, wir haben jedes Material ausprobiert, jedoch kein Erfolg. Nach knapp 2 Monaten nach der Ankunft hat Dexi angefangen sich zu freuen, wenn er mich sieht und Spielverhalten gezeigt. Jedoch weiterhin unverändert sein Verhalten gegenüber Herrchen und seinem Essverhalten.
Außerdem zeigte sich auch das Dexi Angst/Unsicherheit bei Wind, Geräuschen und Licht zeigt.
Da keine Tipps zu Erfolg führten, beschlossen wir im Mai 2024 eine Hundetrainerin zu kontaktieren und so kam Gudrun zu uns.
Gudrun gab uns bereits beim ersten Telefonat Tipps, die wir umsetzen. Ziemlich schnell zeigte sich ein Erfolg, dass sich Dexi nicht mehr einurinierte und einkotete, wenn er Herrchen sah. Schnell erfolgte das erste Treffen bei uns in der Wohnung, da wir mit Dexi nicht rauskamen. Bis zum ersten Treffen war es unsere Aufgabe alle Fragen die uns einfielen bezüglich Dexi aufzuschreiben, damit wir diese dann klären können.
Gudrun stand uns bei jeder Frage mit Antwort zur Seite, gab uns weitere Tipps im Umgang mit Dexi und auch wie man die Beziehung weiter aufbauen kann.
Nach ungefähr einer Woche zeigte sich unglaubliches Dexi ließ sich gerne von Herrchen auf dem Balkon streicheln, wir konnten unseren Augen nicht trauen. In der Wohnung war dies nicht möglich. Beim nächsten Treffen fingen wir mit Markertraining an, das umsetzen zeigte sich Erfolg, sodass Herrchen tagesformabhängig nicht bei jedem Eintreffen in einen Raum angebellt und angeknurrt wurde, auch konnte er mit Dexi auf dem Balkon in meiner Anwesenheit spielen. Auch bat uns Gudrun eine Futterberatung an und Dexi bekam Nahrungsergänzungsmittel. Jedoch zeigte sich weiterhin, dass Dexi Angst vor ihm hat, genauso weiter vor Wind, Geräuschen und Licht. Wir bekamen die Empfehlung eine Verhaltenstherapeutin zusätzlich miteinzubeziehen, um weiterhin Erfolge erzielen zu können.
Gudrun war jederzeit ehrlich zu uns, sagte uns auch von vorne herein, dass Dexi eine Aufgabe ist und wir Minischritte erwarten müssen. Sie stand uns auch außerhalb der Termine mit Rat zur Seite, wo wir sehr dankbar für sind.“
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