Coco

Wir, das sind Daniela, Stefan, Fynn und Coco, trainieren jetzt bereits seit 4 Jahren bei Petra. Angefangen hat alles mit einer Einzelstunde, dann ein Besuch in der Angsthasengruppe. Danach kamen Daniela und Coco in die Teamworkgruppe am Donnerstag. In dieser Gruppe sind wir auch bis heute geblieben, man lernt ja nie aus und Coco hat immer viel Spaß. Außerdem macht Stefan seit 3,5 Jahren mit Coco Agility. Das sind aber nur die regelmäßigen Gruppen an denen wir teilnehmen. Die verschiedenen Workshops waren immer toll und vielfältig. Bisher haben wir schon Tricks, Dogdance, Nasenarbeit und diverse andere Sachen ausprobiert. 

Coco

Ein Highlight war auf jeden Fall die Hundeführerscheinprüfung. Nach einer super Vorbereitung durch Petra haben Daniela und Coco im Oktober 2006 die Prüfung mit der Stufe 2, das heißt ohne Leine, bestanden. Wenn wir daran zurückdenken wie alles anfing ist es wirklich ein kleines Wunder was wir heute für einen alltagstauglichen, gut erzogenen und immer freundlichen Hund haben. Als Coco zu uns kam war sie zwar von Anfang an sehr freundlich, aber auch fürchterlich ängstlich. Sie kannte eigentlich nichts und man konnte kaum mit ihr an einer befahrenen Straße langgehen. Bei jedem vorbeifahrenden Auto drückte sie sich an die Hauswand oder den Zaun, … bloß weg hier. Fahrstuhl fahren war für sie der absolute Horror, heute marschiert sie ganz selbstverständlich vor uns in die Kabine. Sie macht alles mit: fährt Auto, Bus, Bahn und Schiff, lange Urlaubsfahrten oder volle Fußgängerzonen meistert sie ruhig und souverän, Hauptsache sie ist mit dabei. Fynn aus dem Kindergarten abholen ist auch eine tolle Sache, Kinder kann sie gar nicht genug um sich haben.

Finn

Und so fing alles an:

Vor ungefähr 4 Jahren kam bei uns der Wunsch auf wieder einen Hund zu haben. Die Lebensumstände passten, das heißt Daniela war in Elternzeit zu Hause und unser Fynn wurde bald 1 Jahr alt. Die Suche nach einem geeigneten Hund gestaltete sich allerdings sehr schwierig. Wir haben alle Tierheime in der Umgebung abgeklappert aber es fand sich nichts was zu uns passte. Der Hund sollte natürlich in erster Linie verträglich mit Kindern sein, ansonsten noch nicht zu alt und gesund. Leider war kein Hund zu finden, der diesen Kriterien entsprach. Also haben wir unsere Suche weiter ausgedehnt. Im Internet fanden sich viele Seiten mit Hunden aus dem Ausland. Nach mehreren Anfragen sind wir dann durch Zufall auf Coco gestoßen. Auf den Fotos war sie allerdings kaum zu erkennen, da diese noch aus der Türkei stammten und man nur einen zusammengerollten schwarzen Hund mit Ohrmarken erkennen konnte. Die Beschreibung des Hundes von der deutschen Pflegestelle hörte sich allerdings vielversprechend an, also haben wir angerufen. Wir erfuhren, das Coco seit knapp 2 Wochen in Deutschland war und eigentlich sehr nett sei aber etwas ängstlich. Natürlich wollten wir uns den Hund am liebsten sofort angucken aber die Dame von der Tierschutzorganisation wiegelte sofort ab und erzählte von Vorkontrollen und dass das alles lange dauern könnte. Man hätte fast glauben können, die wollten den Hund gar nicht vermitteln. Nach langem überreden gab sie uns dann die Telefonnummer von Cocos Pflegestelle, weil konkrete Auskünfte konnte sie selbst uns nicht geben. 
Die Dame von der Pflegestelle war sehr nett und begeistert von unseren „Referenzen“, das heißt Haus, Garten, eigentlich immer jemand zu Hause, Hundeerfahrung etc. Sie sagte, wenn es nach ihr ginge, könnten wir den Hund sofort haben. Das ganze lief schon sehr merkwürdig ab. Heute wissen wir nach einigen Recherchen dass diese Organisation auch nicht ganz astrein ist. Jedenfalls hat sie uns nach Rücksprache mit der Organisationsleiterin eingeladen den Hund anzusehen. Naja, also sind wir 2 Tage später nach Solingen gefahren um Coco anzugucken. Wir hofften, dass der Hund nicht allzu hässlich war. Als wir am Treffpunkt ankamen waren wir positiv überrascht, weil Coco wirklich hübsch war, allerdings klapperdürr und ängstlich. Die Dame von der Pflegstelle erzählte uns, dass sie vor 2 Wochen noch viel dünner war – kaum vorstellbar. 
Was uns überhaupt nicht gefiel war das Kettenwürgehalsband das sie trug. Auf Nachfrage bekamen wir die Auskunft das sich die türkischen Hunde aus jedem anderen Halsband herauswinden würden – das haben wir dann erstmal so hingenommen. Der gemeinsame Spaziergang lief wirklich gut. Coco kam auf Zuruf schon wunderbar zu uns zurück. Ich glaube schon bei der ersten ängstlichen Annäherung hatte sie unsere Herzen erobert und die Sache war klar – der Hund musste mit nach Hause. Also haben wir die Verträge unterschrieben und sie eingepackt. Die Fahrt nach Hause hat sie zitternd auf Danielas Schoß verbracht. Autofahren kannte sie nur von der Horrorfahrt aus der Türkei nach Deutschland. 
Nach einigen Zwischenstopps wegen Cocos Brechanfällen sind wir dann glücklich wieder in Northeim gelandet. In dieser Nacht hat Coco in Ihrem neuen Körbchen geschlafen als ob sie nie etwas anderes getan hätte. Die Begegnung mit Fynn am nächsten Morgen lief völlig ohne Probleme. Coco war sofort total freundlich zu ihm. An diesem Tag haben wir Ihr dann sofort ein Geschirr gekauft und haben ganz schnell festgestellt, dass durch das Würgehalsband ihre Angst verstärkt worden war. 3 Tage später hatten wir dann die erste Einzelstunde bei Petra. Coco hat die Angewohnheit bei Begrüßungen oder wenn sie unsicher ist ihre Zähne zu zeigen. Heute wissen wir das das ein absolut freundlich gemeintes „Grinsen“ ist, damals hat uns das ganz schön irritiert. Das geht übrigens heute noch vielen Leuten so bei ihrer ersten Begegnung mit Coco.

Grins