Hallo, hier schreibt Bonny (Teil 1)

Border-Collie-Collie Mix - der Tierarzt sagt Münsterländer — aber was weiß der schon. Wohnhaft: Im Knick 24, 37539 Windhausen auf allen Etagen und im Außengelände.
Geb.: 05.10.09 /Kleinflurra-Thüringen - Gewicht: 18 kg - Farbe : schwarz weiß und gefleckt Sonstige Kennzeichen: Eigensinnig - aber soooooooooooo lieb !
Und nun zum Kern der Sache. Ab heute werde ich Allen die es wissen möchten (- oder auch nicht) in unregelmäßigen Abständen mein Hundeleben kundtun. Meine Fortschritte dokumentieren und mich über meine Familie auslassen. Ich glaube, das nennt man Frustbewältigung und glaubt mir, davon habe ich im Moment genug.
Angefangen hat es eigentlich damit, dass mein Kumpel im Hundezwinger Kleinflurra schwanger wurde und damit unsere 1-Zimmer Wohnung zu klein. Meine damalige Familie suchte fortan ein neues, gutes Zuhause für mich und so kam ich an den anderen Harzrand. Dies ist nun 6 Wochen her und seitdem bin ich damit beschäftigt, meine neue Familie Dieter, Doris, Alexander und diese nette alte Dame vom Erdgeschoss - die Oma - nach meinen Wünschen zu erziehen. Ich kann euch sagen - das ist eine Aufgabe. Zu meiner Unterstützung hat Doris (sie meint es besonders ehrlich mit ,Erziehung")- einen professionellen Hundetrainer hinzu gezogen. Frau Scholz steht voll auf meiner Seite!
Das Ganze nennt man Hundeschule. Komm her - was soll denn das? Sitz - wozu ? Was soll das? Sind wir denn beim Militär? Trotzdem ein schönes Spiel. Hin und wieder spiele ich sogar mal mit (ich kann meine Leute ja nicht ganz entmutigen)! Denn immerhin gibt es zur Belohnung Leckerli. Wenn die wüssten.
Womit wir beim Thema fressen wären: Prima Futter stellen sie mir hin: Nassfutter - nur das Beste, zwei mal täglich und Trockenfutter zur freien Verfügung. Doch stellt euch mal vor, für meinen Obsttag muss ich mich doch tatsächlich selbst versorgen. Moderne Hunde achten auch auf ihre Linie und auf eine Vitamin orientierte Ernährung. Bloß gut, dass es hier auf dem Außengelände genug Äpfel, Birnen, Zwiebeln und Mohrrüben gibt. Kohlrabi habe ich auch schon probiert -war nicht ganz nach Mütze. Da habe ich schon besseres gefressen. Aber klein machen und in der Oma Wohnung verteilen ging gut. Für die Cerialien finde ich dann auch mal altes trockenes Brot. Dies ist eigentlich für die andere zweibeinige Gesellschaft hinterm Zaun gedacht - Pech würde ich sagen - wer zuerst kommt, kriegt zuerst. Hoch lebe meine Spürnase!
Und damit zum Folgethema : Wer gut frisst — der gut sch.......... !
Bei der biologischen Entsorgung gibt es manchmal Stress. Schließlich sage ich - wann ich muss! Wo kommen wir denn hin, wenn ich - die Herrin im Haus - warten soll, bis es Doris genehm ist, mich Gassi zu führen. Da wollen wir doch mal sehen, ob ich meine Familie nicht stubenrein kriege. Ich muss allerdings einräumen, die Waage, die anfangs sehr in meine Richtung ausgeschlagen hat, hat sich mittlerweile auf die Seite von Doris zu bewegt. Sie passt viel zu gut auf. So kann ich hier kaum noch Leckerli verdienen. Da muss ich mir etwas Anderes einfallen lassen.
Schlafen tu ich wo es warm, weich und gemütlich ist. Hier kann ich mich so entspannen, dass ich die Ausmaße eines Bernhardiners annehme. Das gibt dann hin und wieder Platzprobleme. Ruck Zuck rutsche ich da schon mal von meiner Hundecouch. Manchmal schlafe ich auch im Auto, wenn Doris arbeiten muss. Sie trägt nachts Zeitungen. Ich soll mal auf das Auto und auf Frauchen aufpassen - aber noch habe ich Jugendschutz. Da ist schlafen der beste Wachstumsschub. Und schon das nächste Thema:
Hund Bonny hat Aufgaben: (nach Ansicht meiner Familie )
1. Tiere hüten (wozu - die sind doch hinterm Zaun )
2. Katzen jagen ? - Blöd, meine Familie hat auch eine. Tiger heißt der Kater ist gar nicht ängstlich und hat mir schon mal meine Nase poliert. Derzeitiger Punktestand eins zu null für Tiger. Aber ich bin ja erst 6 Wochen hier ........
3. Die Wiese habe ich bereits von Hasen, Krähen und anderem Getier gereinigt. Da versteht mich meine Familie wieder nicht. Schließlich muss man zur Bewältigung dieser Aufgabe jagen. Wenn ich dann auf „100" bin - lauf ich schon mal zu weit. Gebe ich ja zu und schon wird geschrien: Bonny - kommst du mal schnell wieder her! Ha, habe ich nicht gehört - und wieder und wieder. Ist ja schon peinlich. Na ja, irgendwann überleg ich es mir, lauf zurück und das Beste: ich krieg dafür sogar noch Leckerli. Da soll ich auf Anhieb hören, wo die Erleichterung des Wiedersehens so groß ist. Nicht mit mir! Oder vielleicht doch lieber noch nicht?
4. Haus und Hof hüten - Jugendschutz ! ! ! ! ! ! !
Bekanntschaften habe ich geschlossen.
Da wäre zunächst mein Freund Lucky, Jack Russel, kurzbeinig und viel zu langsam, aber lieb. Er gibt sich eine Menge Mühe mit mir, holt mich jeden Abend zur Gassi-Runde. Wahrend Doris und Erika quatschen, haben wir dann doch Gelegenheit nach Mäuschen zu buddeln oder, wenn ich schnell bin, auch mal nach einem Vogel oder Schmetterling zu jagen. Was dann folgt - s.o-.
Rocko - Tibet Tschin - Leckerli-süchtig. Wenn Rocko mit von der Partie ist, muss ich aufpassen, dass ich bei der Leckerli Verteilung nicht zu kurz komme. Dabei sind ja schon drei Frauchen-Taschen prall gefüllt.
Paula - die Gute. Terrier Mix, kann mir im punkto Schnelligkeit das Wasser reichen. Schnell und wendig. In ihr habe ich den Mutterinstinkt geweckt. Obwohl ich zwei Köpfe größer bin, verteidigt sie mich gegen Alles und Jeden. Freunde muss man haben - dann wird das Leben leichter.
Cindy - Retriever und behäbig. Beim Tollen kann ich sie manchmal aus der Reserve locken. Dexter, Labrador gut erzogen. Ignoriert mich vollkommen, wenn ich wilde Sau spiele. Halt Gentleman. Begleitet mich nach Hause, wenn ich mal wieder auf Entdeckertour bin und wir uns treffen.
Snoopy - Havaneser-Mix – na, der geht wenigstens mal mit mir durch. Doch seine Ohren sind besser als meine - ist ja auch schon 4 Jahre und mittlerweile Befehl-empfangsorientiert. Maxi - Deutscher Kurzhaar - Jagdhund - mit ihm könnt ich was anfangen! Der kann mir sicher den einen oder anderen wertvollen Tipp in Bezug auf Jagd geben. Mit ihm habe ich etwas gemeinsam: Wenn nicht die erst genannten mit von der Partie sind, spazieren gehen nur an der Leine! Wie entwürdigend. Sonst gibt mir Frauchen oft Ausgang ! Sie hat ja so'n Vertrauen. Denn hier schwillt wieder der Interessenkonflikt zwischen meiner Familie und mir:
Ich soll hüten! Schon mal was von anti-autoritärer Erziehung gehört?
Menschenkinder machen ja auch nicht mit 10 Jahren Abitur!
Nun, es ist immer etwas los. Gleich ist Gassi-Runde. Mal sehen, womit ich Doris heute verblüffen kann. Wie wär's denn mal mit Pferde jagen — auch so'n Thema. Jagen ? - Das soll sie mir erst mal beweisen — ich hüte sie nämlich. Und ein bisschen Aktion auf die alten Tage kann ja auch nicht schaden. Das fordert die Kondition ( meine und die der Pferde), die Aufmerksamkeit und Reaktion (die Biester treten doch tatsächlich nach mir) und den bereits erwähnten Leckerli Bedarf. Ihr seht — ich werde meine Familie schon erziehen.

Bis zum nächsten Tätigkeitsbericht

Eure Bonny